Ripa_Refuge_Tree

Die Ripa Linie wurde im 13. Jhd in Tibet durch Senge Wangchuk gegründet. Er war ein Praktizierender der Bharom Kagyu Tradition, die eine der vier Hauptschulen der Kagyupa darstellte. Im 18.Jhd gewann diese Linie dann an Bedeutung durch Pema Deje Rolpa.

Im Jahre 1776 wurde dem namhaften Tertön Rigzin Shinej Dorje und seiner Gefährtin Sangyum Kyimotso ein Sohn geboren, den der damalige 13. Karmapa Dudul Dorje als Reinkarnation des grossen tantrischen Mystikers Ripa Pawo erkannte. Dieser ging nach Nanchen in Do Kham, der Region der 18 berühmten Meditationsgebiete und wurde dort, wie es dem Lebensstil der frühen Meister entsprach, ein Kind der Wildnis der Berge. Als Einsiedler wanderte er von Kraftort zu Kraftort, zähmte wilde Tiere, ernährte sich von Luft, kleidete sich mit Nebel oder Wolken und kümmerte sich auch nicht um seinen Status. Die Leute nannten ihn nur den Ripa-Lama, was soviel wie Bergyogi bedeutet. (tibet. Ri bedeutet Berg oder einsame Gegend, Pa bedeutet Mensch oder Bewohner, auch Träger der weissen Yogikleidung) Aufgrund seiner Lebensweise gab ihm der 13. Karmapa den Namen Karma Dragpa Tenzin Gyatso. Da er die Fähigkeit besass, Guru Rinpoche unmittelbar zu sehen, gab er ihm auch den geheimen Namen Pema Deje Rolpa.

Nachdem Pema Deje Rölpa seinem künftigen Wurzellama Taksham Samten Lingpa, einem herausragenden Tertön seiner Zeit, begegnet war, entfalteten sich seine spirituellen Fähigkeiten mehr und mehr und er wurde zum idealen Gefäss seines Lehrers. Er praktizierte in strenger Klausur, erreichte die Meisterschaft in der Sicht, Meditation und Geisteshaltung des Trekchö-pfades sowie in den 4 Sichtvermögen des Togal-pfades, wie sie die Tradition des Dzogchen (Grosse Vollendung) beinhaltet. Nachdem er die letztendliche Realisation erreicht hatte, machte ihn Samten Lingpa zum Halter seines reichen Schatzes von Terma-unterweisungen, des sog. Takshamzyklus. Wie es von den Dakinis vorausgesagt wurde, gründete Pema Deje Rolpa im Jahre 1830 das Rigon Tashi Choeling Kloster in Kham.

Zu Beginn des 19.Jhd erfüllte der 5. Ripalinienhalter eine Prophezeiung von Padmasambhava indem er eine hoch realisierte Yogini namens Sangyum Palden Tsoma zur Gefährtin nahm. Sie war die Enkelin von Drubwang Shakya Shri, einem der grössten tibetischen Meister. Ihre Verbindung bereicherte die Ripa-linie mit einem grossen, spirituellen Potential und ermutigte auch die Laiengemeinschaft zu hohen spirituellen Zielen. Ihre Verbindung führte auch zur Geburt des derzeitigen Ripa Linienhalters S.E. Namkha Drimed Rabjam Rinpoche, unserem verehrten, hochqualifizierten Lehrer und ausserordentlichen Tertön, der uns an ungezählten Weisheitsschätzen, die er entdeckt und entziffert hat, teilhaben lässt.

So ist die Ripa Tradition auch in der Nyingma Linie verankert.

Die Ripalinie beinhaltet nach dem Gesagten also eine asketische Yogitradition der Nyingma und Kagyu, wie sie in den Bergen Tibets praktiziert wird.